Über das „Rauschen am See“ um den SchaalseeTourismus

Foto: Gerhard Kühne

Das Festival „Rauschen am See“ lädt vom 29. August bis 6. September 2026 zu vier musikalischen Ausflügen an den Schaalsee ein. Im folgenden Interview stellen die Gründerinnen Sonja Lena Schmid und Anne von Twardowski ihr neues Festival, die Programm-Highlights und ihre Verbindung zur Region vor.

Die Gründerinnen im Gespräch

Wir sind Sonja Lena Schmid und Anne von Twardowski und gemeinsam haben wir das Festival „Rauschen am See“ ins Leben gerufen. Uns verbindet eine tiefe Freundschaft, seit wir 10 Jahre lang als Cellistin und Pianistin des Quartetts Salut Salon weltweit etwa 1.000 Konzerte in über 30 Ländern gegeben haben. Daneben haben wir 2014 die Kammermusik-Clubreihe „Rauschen“ gegründet und als Duo Musik gemacht – mit Cello, Gesang und Klavier – und sind dabei ganz unterschiedliche Kooperationen eingegangen, zum Beispiel mit Ballett oder elektronischer Musik. So konnten wir immer neue Projekte verwirklichen und uns kreativ austoben.

Wie ist die Idee zu „Rauschen am See“ entstanden?

Anne v. T.: In der Schaalseeregion verbringen wir beide so viel Zeit wie möglich. Es gibt hier so viele schöne Orte, und auch die Menschen hier sind uns sehr ans Herz gewachsen. Da lag es nahe, hier mit „Rauschen am See“ auch ein künstlerisches Projekt zu starten. Wir sind ganz begeistert, wieviel Interesse und Unterstützung wir schon für unser kleines Festival erfahren haben.

Was verbindet Sie persönlich mit dem Schaalsee?

Sonja L. S.: Wir sind beide der Region seit 2020 verbunden. Dass mein Partner und ich ein Anglerhäuschen am Neuenkirchener See gefunden haben und Anne mit ihrer Familie ein kleines Haus in Techin, ist Zufall, aber wir genießen es sehr – wir müssen nur einmal über den Neuenkirchener See rudern oder schwimmen, um uns zu sehen. Und es ist uns eine Herzensangelegenheit, mit dem Festival besondere Orte der Region zu bespielen und Möglichkeiten der Begegnung zu schaffen.

Was unterscheidet Ihr Festival von anderen Musikveranstaltungen?

Anne v. T.: Wir sprechen Neugierige jeden Alters an. Der Kern von „Rauschen“ ist klassische Musik – aber die kommt in immer neuem Gewand daher und geht oft überraschende Verbindungen ein, zum Beispiel im Eröffnungskonzert mit dem Schauspieler Florian Lukas, den viele aus der Serie „Weissensee“ kennen werden. Es ist uns wichtig, dass unsere Veranstaltungen gut zugänglich sind, besonders atmosphärisch und auch unterhaltsam. Auch was die Spielstätten angeht, haben wir eine richtig tolle Vielfalt. Dass wir im historischen Refektorium ein Konzert für Kinder und Familien anbieten können, freut uns ganz besonders. Tickets gibt es ab 5 Euro, die 3. Veranstaltung, einen Klangspaziergang, können wir sogar ohne Eintritt anbieten.

Die vier musikalischen Ausflüge im Überblick

Können Sie die vier musikalischen Ausflüge kurz vorstellen?

Sonja L. S.: Wir starten am 29. August im Seeblick in Lassahn mit dem Schauspieler Florian Lukas, den wir beide mit Gesang, Cello und Klavier begleiten. „Wo Geschichten wohnen“ heißt die abwechslungsreiche Veranstaltung mit Texten, Musik und Liedern aus Ost und West. Zum Beispiel haben wir Lieder von Udo Lindenberg, Manfred Krug oder Sophie Hunger für uns arrangiert. Und wir spielen auch klassische und folkloristische Musik, zum Beispiel aus Georgien.

Anne v. T.: Am Wochenende darauf geht es weiter mit zwei Veranstaltungen in Neuenkirchen. Am Samstag, den 5. September um 16 Uhr treffen sich alle Interessierten zu einem Klangspaziergang zum Seeufer, den die Künstlerin Mona Steinwidder alias Museum of No Art gestaltet. Sie arbeitet mit Aufnahmen, die sie hier in der Region gemacht hat, z. B. von Naturklängen, die sie dann mit Loopstation, Klarinette und elektronischen Effekten zu einem ganz eigenen, zarten Hörerlebnis verweben wird.
Abends um 19 Uhr gibt es dann in der wunderschönen Dorfkirche ein Konzert „Durch die Zeiten – eine Klangreise“ mit Violinen, Cello, Zither und Cembalo. Wir spielen mitreißende Barockmusik mit ein paar Ausflügen in die Gegenwart. Mit dabei sind der Zitherspieler Leopold Hurt und besonders begabte Studierende von der Hochschule für Musik und Theater Rostock.

Sonja L. S.: Auf den 6. September freuen wir uns dann ganz besonders: Da gibt es um 16 Uhr ein Familienkonzert im Refektorium des Klosters Zarrentin. „Auf zum Mond!“ heißt das Programm von und mit den Klang-Clowns Klavieriki mit virtuoser Klaviermusik und richtig viel Quatsch. Das empfehlen wir kleinen und großen Entdeckern zwischen 3 und 10 Jahren, und auch den Eltern und Großeltern wird es Spaß machen.

Worauf dürfen sich die Besucherinnen und Besucher besonders freuen?
Sonja L. S.: Auf Vielfalt, aufs Entdecken neuer Perspektiven, auf hochkarätige Musikerinnen und junge Talente! Und: wir singen auch ein bisschen auf platt.

Welche Bedeutung hat das Festival für die Region?
Anne v. T.: Wir hoffen, dass „Rauschen am See“ Gelegenheit bietet, dass ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen können und gemeinsam Musik genießen, Menschen von hier genauso wie Zugezogene. Wir haben bewusst einen Termin nach den Schulferien gewählt, weil wir nicht in erster Linie Feriengästen, sondern insbesondere den Menschen der Region ein Angebot machen möchten.

Warum sollte man „Rauschen am See“ auf keinen Fall verpassen?
Sonja L. S.: Weil wirklich für jeden was dabei ist.
Anne v. T.: Und weil die Schönheit der Region und die Schönheit der Musik zusammen maximalen Genuss versprechen!

Mehr Informationen und Ticketlinks unter www.rschn.de

Interview: Anja Bartels
Foto: Gerhard Kühne