Ein Neptunfest, das ganz Zarrentin bewegt: Stadtleben
Traditionell eröffnete Bürgermeister Klaus Draeger das Fest mit dem beliebten Seniorenkaffee im Festzelt. Bei Kaffee, Kuchen und guter Unterhaltung – unter anderem mit Max Nadzeika sowie den Power Minis und Midis – kam schnell festliche Stimmung auf. Am Abend gab es vor der Disco eine weitere tolle Tanzshow der Power Dancer. Um 22:45 Uhr setzte ein beeindruckendes Feuerwerk über dem Schaalsee einen leuchtenden Auftakt für das Jubiläumswochenende.
Mit viel Engagement und neuen Ideen hatte Organisator Daniel Lau dem 70. Neptunfest eine ganz besondere Note verliehen. Bereits am Eingang zum Festgelände wurden die Besucherinnen und Besucher von einem großen, kunstvoll gestalteten 3D-Neptunkopf empfangen – ein echter Blickfang, der sofort zeigte: Dieses Jubiläum ist etwas Besonderes.
Fotos: Nicole Bernfeld, Daniel Lau, Anja Bartels
Am Samstag richtete sich dann alle Aufmerksamkeit auf einen der Höhepunkte des Festes: den großen Festumzug. Unter Anleitung von Amtsbauhof-Vorarbeiter Torsten Engel und seinen Mitarbeitern sowie Natalie Niehus aus dem Bereich Veranstaltungen und Tourismus versammelten sich am Vormittag unzählige Teilnehmende im Schaalseepark. Schon hier zeigte sich die ganze Vielfalt und Kreativität Zarrentins: liebevoll geschmückte Wagen, fantasievolle Kostüme, dekorierte Trecker, Autos und sogar Pferde – überall wurde gelacht, vorbereitet und letzte Hand angelegt.
Als sich der Umzug schließlich gegen Mittag in Bewegung setzte, entstand ein beeindruckendes Bild: Vorneweg die Polizei zur Absicherung, dahinter Bürgermeister Klaus Draeger im Einsatzfahrzeug der Zarrentiner Feuerwehr, gefolgt von Neptun und seinem Gefolge. Die Lübecker Brass Band sorgte für die passende musikalische Begleitung – und dann reihten sie sich aneinander: Wagen für Wagen, Gruppe für Gruppe.
Kitas aus Zarrentin und Umgebung, Vereine aus der Stadt und den Ortsteilen, Gewerbetreibende, Sport- und Tanzgruppen, das Seniorenparlament, Feuerwehren und viele weitere machten den Umzug zu einem farbenfrohen, lebendigen Erlebnis. Jeder Wagen erzählte seine eigene kleine Geschichte, jedes Detail zeigte, wie viel Engagement und Herzblut in diesem Fest steckt.
Entlang der Strecke standen zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer und beklatschten die Vorbeiziehenden. Trotz einsetzenden Regens ließen sie sich die gute Laune nicht nehmen. Der Zug bewegte sich langsam durch die Hauptstraße und benötigte für die Strecke von rund einem Kilometer über eine Stunde, weil es so viel zu sehen, zu bestaunen und zu feiern gab. Der Umzug wurde zu einer wandernden Feier, die die ganze Stadt miteinander verband.
Fotos: Nicole Bernfeld, Burkhard Gerth, Martin Spließ, Anja Bartels
Am Badestrand angekommen, wartete bereits der nächste Höhepunkt: die traditionelle Neptuntaufe. Mit viel Humor und großem Spektakel ließ Neptun das Jahr Revue passieren, bevor die elf Täuflinge aufgerufen wurden. Was folgte, war eine ebenso wilde wie unterhaltsame Jagd: Die Häscher kannten kein Pardon, fingen jeden Täufling, seiften ihn ein, versorgten ihn mit „üblen“ Mixturen und tauften ihn schließlich im Schaalsee – für alle eine willkommene Reinigung nach dem turbulenten Ritual.
Für eine besondere Überraschung sorgte der letzte Täufling: Landwirtschaftsminister Till Backhaus stellte sich der Zeremonie und wurde von Neptun augenzwinkernd als „Spendabler Kugelfisch“ gewürdigt – auch als Anspielung auf seine Unterstützung zahlreicher Projekte in der Region
Doch damit war der Tag noch lange nicht zu Ende. Im Festzelt wurde weiter gefeiert: Bürgermeister Klaus Draeger sorgte mit dem Fassanstich für die passende Erfrischung, während andere Gäste das große Kuchenbuffet der Schaalsee-Kita genossen. Auf dem Gelände lockten Fahrgeschäfte, Stände und zahlreiche Angebote für Groß und Klein, während nebenan sogar die Jugend des TSV Empor beim Neptunfest-Cup dem Regen trotzte.
Fotos: Burkhard Gerth, Nicole Bernfeld, Anja Bartels
Auch das weitere Programm des Wochenendes zeigte die ganze Vielfalt des Zarrentiner Vereinslebens: eine Andacht mit Pastorin Friederike Baur, der Frühschoppen mit den Schaalseemusikanten, „DanceBeatZ“ mit Xenia, eine köstliche Kuchenmeile – organisiert von Heike Ruedel – für einen guten Zweck, die Neptunregatta des Segelvereins, die Verleihung der Medaillen „Kinder 2026“ und schließlich die Badewannenregatta als stimmungsvoller Abschluss.
Dabei gingen vier fantasievolle „Badewannen“ an den Start: die blumenreiche „See-niora“ des Seniorenparlaments mit Anhängsel, ein lustiger Raddampfer namens „Hechtjäger“, der vom Angelverein zu Wasser gelassen wurde, die schwarze „Splitter“ der Bieraten sowie die bunten kleinen und großen Zirkusnarren auf einem farbenfrohen Katamaran. Das Rennen und damit Platz 1 machten die Bieraten. Bei der Prämierung des schönsten Bootes konnte sich das Publikum nicht einigen, sodass sich die „See-niora“ und die „Hechtjäger“ diesen Platz teilten. Damit ging Platz drei für das lustigste Boot an die Zirkusnarren. Nomen est omen.
Fotos: Burkhard Gerth, Natalie Niehus, Anja Bartels
Dieses 70. Neptunfest ist ein lebendiges Zeichen für Zusammenhalt, Kreativität und ehrenamtliches Engagement in der Stadt und den Ortsteilen. Der große Umzug – bunt, ideenreich und unbeirrt vom Regen – hat einmal mehr gezeigt, was Zarrentin ausmacht: eine Stadt, die zusammenkommt und ihre Traditionen mit Leben füllt.
Bürgermeister Draeger dankt so vielen Menschen, dass dies hier den Rahmen sprengen würde– dennoch seien einige vorweg genannt: Torsten Engel und seinen Mitarbeitern vom Amtsbauhof, Natalie Niehus, Mitarbeiterin Veranstaltungen und Tourismus, der Feuerwehr, der DLRG, der Polizei mit ihren Aufgaben der Absicherung betraut, dem Organisator Daniel Lau – Feuerwerke Schwerin, den Sponsoren: Wemag, Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, Raiffeisenbank eG, Steuerbüro Gawer, Variovac, Ausbildungszentrum für Notfallmedizin, Shell Tankstelle und allen fleißigen Mitwirkenden, die dieses Fest so lebensfroh, bunt und spektakulär gemacht haben.
Text: Anja Bartels