Zum Abschied ein Blick auf VinetaStadtleben

Mit einem besonderen Theaterabend hat sich Dörte Kiehn von der Bühne verabschiedet. Gemeinsam mit ihrer langjährigen Bühnenpartnerin Cornelia Unrauh präsentierte sie im Kloster Zarrentin ein liebevoll zusammengestelltes Medley aus verschiedenen Stücken und nahm ihr Publikum noch einmal mit auf eine fantasievolle Reise durch die Welt des Figurentheaters.

Im Mittelpunkt standen Sagen und Geschichten aus Mecklenburg-Vorpommern. So wurde auf unterhaltsame Weise erzählt, wie die Maräne einst in den Schaalsee kam – begleitet von einer wundersamen Verwandlung, bei der eine Serviette und ein Becher zu einer Nonne wurden. Im weiteren Verlauf ließen die beiden Spielerinnen die sagenumwobene Stadt Vineta aus den Fluten der Ostsee auferstehen und erzählten anschließend unter sportlichem Einsatz eine Geschichte über die Elbe und ihre Uferdeiche, die eindrucksvoll vermittelte, dass Ost und West nur gemeinsam gute Lösungen finden können. Zum krönenden Abschluss forderte die Entstehungsgeschichte der Insel Hiddensee die Lachmuskeln des Publikums noch einmal kräftig heraus.

Nach dem ausdauernden Applaus trat Dörte Kiehn auf die Bühne und verabschiedete sich persönlich. In bewegenden Worten dankte sie zahlreichen Weggefährten, Unterstützern und Freunden, die sie über viele Jahre begleitet haben, und lud sie ein, den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen.

Auch Bürgermeister Klaus Draeger würdigte ihr langjähriges Wirken und überreichte ihr eine Kulturkarte für Hamburg – verbunden mit dem Wunsch, die „Bretter, die die Welt bedeuten“, künftig öfter aus der Perspektive des Publikums genießen zu können.

Dörte Kiehn prägte die Figurentheaterszene weit über die Region hinaus. Nach ihrer Ausbildung am Lübecker Marionettentheater und an der Augsburger Puppenkiste gründete sie 1986 das Tandera Theater, das seit 1994 in Testorf bei Zarrentin beheimatet ist. Das Repertoire umfasst unterhaltsame Kinderbuchklassiker, märchenhafte Inszenierungen sowie thematisch anspruchsvolle Produktionen für alle Generationen. Über viele Jahre hinweg gestaltete sie zudem das Puppenspiel im PAHLHUUS Zarrentin.

Mit ihrem Abschied endet ein bedeutendes Kapitel der regionalen Kulturlandschaft – und manch einer wünschte sich an diesem Abend, dass es vielleicht doch noch ein temporäres Comeback geben wird. Alles Gute Dörte!

Text: Anja Bartels, Fotos Bühne: Inge Garloff